La vita è Lambrusco

© Adobe Stock
Der römische Dichter Virgil nannte sie „Vitis labrusca“. Die „wilde Rebe“ rankte sich einst ungezügelt an Bäumen und anderen Pflanzen empor, zählt zu den ältesten Rebsorten Italiens und ist wahrscheinlich auch die einzige, die von der Halbinsel stammt.
Bewegte Geschichte
Schon die Etrusker schätzten die Wildrebe, in der Römerzeit durfte Lambrusco bei keinem Gelage fehlen, im Mittelalter wurde er vorwiegend in Klöstern kultiviert und galt auch lange als einer der liebsten Weine auf Adelshöfen und bei der reichen Gesellschaft. Später wurde er vorwiegend von kleinen Winzern und Bauernfamilien produziert, zunächst noch als stiller Wein, denn erst seit dem 19. Jahrhundert wurde Lambrusco als Perlwein ausgebaut. Er avancierte bald zum beliebten Schaumwein in ganz Italien. Nicht nur unter Italienern, sondern auch unter Touristen, die den prickelnden Wein, mit dem sie Urlaub und „dolce vita“ verbanden, auch zu Hause genießen wollten. Was folgte, war eine regelrechte Massenproduktion in den 1970er und -80er Jahren, tonnenweise wurde ein süßer und billiger Wein für den Export produziert, von dem man Kopfweh bekam. Nicht umsonst rümpfen ältere Semester unter uns noch oft die Nase, wenn von Lambrusco die Rede ist. Aber zum Glück folgte eine Trendwende und heute gilt Lambrusco wieder als der Wein, der er ursprünglich war: ein charaktervoller, harmonischer Qualitätswein, der aufgrund seiner leichten Spritzigkeit perfekt mit den gehaltvollen Gerichten der Emilia Romagna harmoniert.
Rebsorten und Anbaugebiete
Im 16.000 Hektar großen herkunftskontrollierten (DOC = Denominazione di Origine Controllata) Weinbaugebiet zwischen Modena und Reggio Emilia werden zwölf autochtone Lambrusco-Trauben angebaut. Etwa 30 Winzer haben sich zu einem eigenen Konsortium zusammengeschlossen, welches Herkunftsbezeichnung, Produktionsmethoden und Einhaltung der Richtlinien überwacht. Die sechs DOC-Zonen sind: Sorbara, Grasparossa di Castelvetro, Colli di Scandiano e di Canossa, Salamino di Santacroce, Modena sowie Reggiano. Sie bringen unterschiedliche Weine hervor – vom eleganten, blumigen und hellroten Sorbara bis zum kräftigen, vollmundigen und tiefroten Grasparossa.
Produktion und Stilistik
Die feine „Perlage“ ist typisch für den Lambrusco und macht ihn so bekömmlich. Bei DOC-Weinen entsteht sie durch eine natürliche Zweitgärung. Die Zugabe von künstlicher Kohlensäure ist strengstens verboten. Die natürliche Kohlensäure entsteht entweder durch eine zweite Gärung im Drucktank nach der Charmat-Methode oder nach der alten Methode in der Flasche (Metodo Ancestrale), was vor allem kleinere, handwerkliche Betriebe machen. Lambrusco kann trocken (secco), halbtrocken (semisecco), lieblich (amabilie) oder süß (dolce) sein. Mit 10 bis 11 Prozent Alkoholgehalt ist er ein leichter Rotwein, der jung und am besten kalt in einem Weißweinglas serviert wird. Allerdings haben wir Lambrusco auch schon aus einer Porzellanschale getrunken, was hervorragend geschmeckt hat.
Weitere Beiträge






























