Ein Wein erfindet sich neu

Den Collio Bianco gibt es schon lange – ein Schnitt aus verschiedenen weißen Rebsorten, die in der Weinregion rund um Cormons wachsen. Neu ist der Collio DOC, der ausschließlich aus autochtonen Trauben gemacht wird.
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Historischer Wein neu aufgelegt: Der Collio Bianco aus autochtonen Trauben heißt schlicht „COLLIO“ – und überzeugt die Weinwelt.

Schon seit dem 19. Jahrhundert zählt der traditionelle Weißwein aus dem Görzer Hügelland „Collio Bianco“, „Bianco del Collio“ oder „Coglianer“, wie er in der Habsburgerzeit auf Deutsch genannt wurde, zu den repräsentativsten Weinen dieses Weinbaugebietes. Eine Sinfonie aus verschiedenen Sorten weißer Trauben, die hier ganz prächtig gedeihen.

Eine alte Weinregion, ein neuer Wein: Collio Goriziano, Görzer Hügelland, ist um einen DOC reicher.

Eine alte Weinregion, ein neuer Wein: Collio Goriziano, Görzer Hügelland, ist um einen DOC reicher.

Mal diese, mal jene
Früher wurden die Trauben schon in den Weinbergen gemeinsam gelesen und anschließend gekeltert, wobei der Hauptanteil aus Ribolla Gialla bestand, hinzu kamen andere Sorten von Sauvignon Blanc bis Malvasia istriana. Nach dem Krieg änderte sich das Verhältnis und der Wein wurde vorrangig aus Malvasia Istriana und Tocai Friulano gemacht. In den 90er-Jahren wurde dieses wieder geändert, die Trauben blieben dieselben, nur sollte jede zwischen 15 und 55 Prozent Anteil am Verschnitt haben. Nach einer weiteren Anpassung durften wieder andere Rebsorten in den „Bianco del Collio“, weshalb jeder Winzer seine eigene Komposition fand und jeder „Weiße aus dem Collio“ auch so einzigartig schmeckt.

Die drei urtypischen Rebsorten der Weinregion: Tocai Friulano, Ribolla Gialla und Malvasia Istriana.

Die drei urtypischen Rebsorten der Weinregion: Tocai Friulano, Ribolla Gialla und Malvasia Istriana.

Gemeinsames Projekt
Nun haben sich namhafte Winzer zusammengetan und präsentieren die geschützte Marke „Collio Doc da Uve Autoctone“. Waren es anfangs nur vier, ist die Zahl der Mitstreiter mittlerweile auf diese sieben gestiegen: Edi Keber, Muzic, Korsic, Terre del Faet, Cantina Produttori Cormons, Maurizio Buzzinelli und die Comune di San Floriano del Collio. Nach ihrem Regulativ darf dieser nur aus den urtypischen heimischen Trauben Tocai Friulano, Ribolla Gialla und Malvasia Istriana gemacht werden, wobei der Tocai Friulano den Hauptanteil ausmachen muss. Der Wein darf gar nicht oder nur kurz macerieren, gärt im Edelstahltank, darf in Holz ausgebaut werden und erst 18 Monate nach der Lese herauskommen. Er muss in einheitliche Flaschen abgefüllt und mit einem einheitlichen Etikett versehen werden, auf dem ganz oben groß „COLLIO“ steht, denn bei der gemeinsamen Vermarktung soll das Terroir im Vordergrund stehen. „Das war kein einfacher, aber wichtiger Schritt, denn das Firmenetikett für eine gemeinsame Idee zu ändern, da gehört schon Mut dazu“, erzählt einer der Initiatoren, Andrea Drius vom Weingut Terre del Faet. Die sieben Winzer glauben an diese Idee und versuchen auch andere Winzer davon zu überzeugen.

Der junge Winzer Andrea Drius vom Weingut Terre del Faet war einer der Initiatoren des Projektes.

Der junge Winzer Andrea Drius vom Weingut Terre del Faet war einer der Initiatoren des Projektes.

Überzeugend elegant
Jedenfalls ist der „COLLIO“ ein eleganter Weißwein von leuchtend hellgelber Farbe, fruchtig, frisch und leichtfüßig. Er sollte am besten bei acht bis zehn Grad getrunken werden und passt hervorragend zu leichten Vorspeisen, Fisch und Meeresfrüchten. Ein wahrer Genuss!

Bei der Weinverkostung mit Gaia Rosella Sain von der Enoteca di Cormons

Bei der Weinverkostung mit Gaia Rosella Sain von der Enoteca di Cormons

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