Wein, jung und stürmisch

Sturm, Junker, Uhudler und Novello: Wir alle haben schon einmal von diesen Bezeichnungen für Jungweine gehört. Was aber steckt dahinter und welche Besonderheiten machen diese jungen Tropfen so speziell?
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Besonderer Genuss: Frischer Wein aus der Steiermark und dem Burgenland

Der Junker oder auch Steirischer Junker, seit 1995 mit eigenem Markenzeichen eingetragen, bezeichnet junge Weine aus der Steiermark. Diese kommen im Spätherbst, zumeist von Oktober bis November, auf den Markt. Die edlen Tropfen aus dem Weinanbaugebiet im Südosten Österreichs schmecken jung und spritzig und sind aufgrund ihrer Frische für einen baldigen Konsum gedacht. Von daher kommt auch die Bezeichnung Jungwein. Andere Namen für diese Weine sind etwa Primus, Heuriger, Erster oder Neuer. Neuer erinnert zugleich an eine Bezeichnung, die man etwa aus Italien kennt. Dort wird der frische Wein als Novello bezeichnet.

Saftige Weintrauben warten an sonnigen Hängen auf die Weinlese.

Saftige Weintrauben warten an sonnigen Hängen auf die Weinlese.

Für Genießer und Kenner

Jungweine sind Weine, bei denen die alkoholische Gärung beendet, aber noch Restzucker enthalten ist. Der Wein wurde bislang nicht geklärt, sprich von den Hefen getrennt, und besitzt daher auch oft eine charakteristische trübe Färbung. Haben Sie in diesem Zusammenhang schon einmal den Begriff „Federweißer“ gehört? Dies ist ebenso eine Bezeichnung für den nicht vollständig vergorenen, zumeist noch trüben Wein, welcher zudem noch Kohlensäure aus der bereits erfolgten Gärung enthält. Bei uns in Österreich sagt man auch gerne „Staubiger“ zu diesem Getränk, welches einen recht niedrigen Alkoholgehalt hat. Ein jüngerer Wein besitzt im Gegensatz zu gereiften Weinen einen weniger intensiven Geschmack, da ihnen viele Aromastoffe, welche erst während der Reifung entstehen, noch fehlen.

Junge Weine wie Junker, Sturm und Co. sind im Herbst sehr beliebt.

Junge Weine wie Junker, Sturm und Co. sind im Herbst sehr beliebt.

Spezieller Rotwein

Ein weiterer besonderer Tropfen ist der Uhudler. Diese einzigartige Rotweinsorte ist so außergewöhnlich, dass sie sogar einen eigenen Schutzverband besitzt. Verbreitet ist der Uhudler vor allem im Burgenland. Seine lange Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als man aufgrund von Reblausbefall zu neuen Rebsorten, den sogenannten Vitis-Labrusca-Reben, greifen musste. Diese sind sehr resistent und ermöglichen somit eine natürliche Produktion ohne Einsatz von Chemie.

Saftige Weintrauben warten auf die herbstliche Lese

Saftige Weintrauben warten auf die herbstliche Lese

„Stürmischer“ Umtrunk

Auch den sogenannten Sturm trinkt man im Herbst. Bei diesem handelt es sich um einen süßen Weiß- oder Rotwein, dessen Reifung bzw. Gärung gerade erst begonnen hat. So könnte man den Sturm auch als frisch gepressten Traubenmost bezeichnen. Besonders beliebt ist der Sturm in Kombination mit der herbstlichen Küche der südlichen Steiermark, welche vielfach mit dem Geschmack von Kürbis und frischen Kastanien spielt. Erhältlich ist der Sturm ab September, direkt nach der ersten Traubenlese. Genießen sollte man ihn am besten gut gekühlt und rasch – denn Sturm hält sich selbst im Kühlschrank nur einige Tage lang. Besonders beliebt ist der steirische Schilchersturm.

Besonderer Genuss: Frischer Wein aus der Steiermark und dem Burgenland

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