Durch das „heilige“ Weinland

Die idyllische Weingegend rund um die grünen Hügel von Jeruzalem kennt kaum jemand. Das ist ein Fehler, denn dieses Kleinod in Slowenien ist ein Traumziel für alle, die guten Wein und authentische Küche lieben und sich in unberührter Natur aktiv erholen wollen.
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Jeruzalem liegt in der Štajerska, der Untersteiermark, einem der besten und ältesten Weinbaugebiete Sloweniens.

„Was, du fährst nach Jerusalem?“ Diese ungläubige Frage habe ich vor meiner Abreise öfter gehört. Aber nein, denn erstens bin ich nicht lebensmüde und zweitens liegt Jeruzalem mit „z“ im Nord-Osten von Slowenien, nur eine Autostunde von Graz entfernt. Der kleine Ort liegt im Herzen einer Landschaft, die wie gemalt wirkt: mit grünen Weinhügeln, auf denen alte Kirchen stehen, durch die sich schmale Straßen ziehen, die von kleinen weißen Häusern mit roten Dächern gesäumt werden. Es ist so herrlich ruhig! Man hört nur den Wind, der durch die Bäume und Weinreben weht, den Traktor des Winzers, der seinen Weinberg bestellt, oder das Miauen einer Katze.

Die Lage des Sibon Wine & Spa Resorts ist ein Traum und man genießt einen unglaublichen Fernblick über die fruchtbare Hügellandschaft.

Die Lage des Sibon Wine & Spa Resorts ist ein Traum und man genießt einen unglaublichen Fernblick über die fruchtbare Hügellandschaft.

Man möchte bleiben
Für unseren Kurzurlaub haben wir uns im Sibon Wine & Spa Resort einquartiert, das gleich neben der berühmten Walfahrtskirche von Jeruzalem liegt. Diese wurde im 17. Jahrhundert tatsächlich von Kreuzrittern erbaut, die auf ihrer Heimreise aus dem Heiligen Land hier Station machten – und blieben, so schön fanden sie es. Auch wir fühlen uns rundum wohl und sind von den gemütlichen Zimmern im behutsam renovierten Gutshof, dem ausgesprochen freundlichen Personal und der guten regionalen Küche begeistert.

Das Winzerhaus Malek steht schon seit 350 Jahren hier und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Das Winzerhaus Malek steht schon seit 350 Jahren hier und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Alte Weinregion
Bekannt ist die Weinregion Jeruzalem für seine hervorragenden Weißweine wie Šipon aus der autochtonen Furmint-Traube, Sauvignon, Sivi Pinot (Grauburgunder) oder Renski Rizling (Riesling). Rotweine wie Modri Pinot (Blauburgunder) spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die meisten Weingärten sind in Familienbesitz und viele Winzer bieten Verkostungen, Jause, Ab-Hof-Verkauf sowie Übernachtungsmöglichkeiten an. Sehr nett sind die kleinen Weinbauernhöfe Turistična Kmetija Puklavec in Zasavci sowie Hlebec in Kog, der Weinkeller Vinska Klet Kogl in Velika Nedelja oder das Weingut Mon Royal der Familie Herga in Ivanjkovci. In Svetinje befindet sich das älteste Winzerhaus, Zidanica Malek, das von vielen gerne besucht wird. Hier kann man am frei zugänglichen Lehrpfad die gängigsten Sorten der Region bestaunen, bei einer geführten Tour durch die Weingärten mitmachen, Wein einkaufen oder eine Winzerjause mit dazupassenden Weinen verkosten. Kübelfleisch, Tünka, ist die bekannteste Spezialität von Jeruzalem. Es handelt sich dabei um geräuchertes Schweinfleisch, das gebacken und dann in einem mit Schmalz gefüllten Holzbehälter reift. Köstlich! Die Zidanica Malek gehört heute zu einem der größten Weinbetriebe der Region, Puklavec Family Wines, der im nahen Ormož einen modernen Weinkeller betreibt. In der Stadt an der Drau haben wir auch einen der besten Weinkeller, Verus Vinska Klet, besucht, über den wir in einer der nächsten Ausgaben berichten werden.

Im Tourismusbüro neben der Kirche in Jeruzalem kann man E-Bikes mieten.

Im Tourismusbüro neben der Kirche in Jeruzalem kann man E-Bikes mieten.

Fröhliches Auf und Ab
Wer nicht nur essen und trinken, sondern sich auch etwas bewegen möchte, der kann die „Weinstraße von Jerusalem“ mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Allerdings geht es richtig auf und ab, weshalb man schon etwas Kondition mitbringen sollte – oder ein E-Bike. Das kann man aber auch mieten, zum Beispiel in den Tourismusbüros, TIC, in Jeruzalem und Ormož. Die Leihgebühr für einen ganzen Tag beträgt 30, für vier Stunden 15 Euro und eine Radkarte gibt’s gratis dazu. Außerdem kann man das Schloss in Ormož besichtigen, am Drau-Radweg entlangradeln oder eine Tour durch die Lagune des Drau-Stausees, ein Vogelparadies, in dem auch Wasserbüffel leben, unternehmen. Auch ein Besuch in der alten Stadt Ptuj ist ein Erlebnis und wer sich schnell entschließt, kann das jährliche Wein- und Kunstfestival „Salon Sauvignon“ besuchen, das heuer am 18. Mai stattfindet.

Essen und Trinken

Sibon Restaurant: Im Restaurant des Sibon Wine & Spa Resorts sind alle Gäste – auch jene, die nicht hier übernachten – herzlich willkommen. Das Küchenteam kreiert aus frischen, regionalen Zutaten wunderbare Gerichte nach alter Tradition und versieht sie mit Hauch von junger Frische. Dazu empfiehlt das freundliche und kompetente Serviceteam ausgesuchte Weine aus der Weinregion Jeruzalem. Die gemütliche Atmosphäre im stilvoll renovierten Gewölbekeller und auf der Sonnenterrasse mit Blick auf die Weinberge machen den Genuss perfekt.

Goštiče Taverna: Mitten in den Weinhügeln von Jeruzalem liegt das urige und sehr beliebte Restaurant, das für seine regionalen Spezialitäten bekannt ist, die man bei schönem Wetter auf der großen Sonnenterrasse genießen kann.

Gostilna Rajh: Eines der besten Lokale der Region liegt knapp 20 Kilometer nördlich von Jeruzalem und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier verwöhnen  Tanja und Demir Pintarič ihre Gäste bereits in vierter Generation nach allen Regeln der Kunst. Auf der Karte stehen traditionelle Gerichte der Prekumurje, die mit einem modernen Touch versehen, leichter und frischer zubereitet werden.

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