Eier: Die Herkunft macht den Unterschied

Am 13. Oktober ist Welt-Ei-Tag. Kärntens Legehennenhalter produzieren nach den strengsten Umwelt- und Tierschutzrichtlinien Europas und sichern die Versorgung.
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Stefan Wakonig-Felbinger (GF Eierring Herzogstuhl), Dieter Obereder (Obmann Geflügelwirtschaft Kärnten) und LK-Präsident Siegfried Huber (v.l.) setzen auf die Marke „Genussland Kärnten-Ei“.

Kärnten steht für Qualitätseier. Im südlichsten Bundesland begann der Strukturwandel in der Legehennenhaltung bereits 2009, ab diesem Zeitpunkt gab es in Kärnten kein Käfigei mehr. Heute wird ein Großteil der in Kärnten produzierten Eier über den „Eierring Herzogstuhl“ als Qualitätsprodukt vermarktet. „Die flächendeckende Versorgung der Kärntner Bevölkerung mit regionalen Qualitätseiern ist durch die Packstelle „Eierring Herzogstuhl“ über den Einzelhandel und Großhandel optimal möglich“, ist dessen Geschäftsführer Stefan Wakonig-Felbinger überzeugt. Die strengen Qualitätskontrollen der Packstelle durchlaufen Eier von ca. 150.000 Legehühnern. Nicht nur das Ei an sich, auch die Haltung der Tiere, das Futter und die Hygiene unterliegen zahlreichen Kontrollen. Die Betriebe werden jährlich im AMA-Gütesiegel-Programm, das über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgeht, kontrolliert und sind Mitglieder beim Österreichischen Geflügelgesundheitsdienst. Die Kärntner Legehennenhalter produzieren nach den österreichischen Umwelt- und Tierschutzrichtlinien, den strengsten Europas.

Lückenlose Herkunftskennzeichnung gefordert
„Wir hören immer wieder von ausländischen Tierfabriken, welche die mehrfache Legehennenanzahl von ganz Kärnten umfassen und weiterhin auf Käfighaltung setzen. Mit derartigen Anlagen können und wollen wir kostenmäßig nicht konkurrieren. Solchen Wettbewerbsverzerrungen gehört dringend der Riegel vorgeschoben. Und solange dafür nicht gesorgt werden kann, muss es zumindest eine klare Erkennbarkeit der heimischen Qualität geben“, fordert Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten, auch im Interesse der Konsument:innen erneut eine lückenlose Herkunftskennzeichnung. Nur so könne dem gestiegenen Bewusstsein für regionale Lebensmittel Rechnung getragen werden, betont Huber. Die Bedeutung der bewussten Entscheidung für regionale Eier hebt Dieter Obereder, Obmann des kürzlich gegründeten Vereins „Geflügelwirtschaft Kärnten“, hervor: „Wenn beim Einkauf den heimischen Produkten Wertschätzung entgegengebracht wird, ist auch in Zukunft eine nachhaltige wirtschaftliche Geflügelhaltung in Kärnten möglich.“

Heimische Landwirtschaft wird gestärkt
Das Genussland Kärnten, das fast zeitgleich mit dem Ende der Käfighaltung in Kärnten gegründet wurde, schreibt seine Erfolgsgeschichte auch beim Thema Ei weiter: „Das Genussland Kärnten verfolgt seit knapp 15 Jahren die Vision, regionale Qualitätsprodukte und Lebensmittel aus Kärnten leicht zugänglich zu machen, ob direkt am Bauernhof, bei den Handelspartnern, aber auch bei den Kärntner Genusswirten, die die hochwertigen regionalen Produkte und Rohstoffe verarbeiten“, erklärt Genussland-Obfrau Petra Pobaschnig. Die Obfrau verweist auch auf die strengen Kriterien, nach denen inzwischen 106 Kärntner Genusswirte täglich kochen. So kann der Gast sicher sein, dass etwa jedes beim Kärntner Genusswirt verkochte Ei ein „Genussland Kärnten-Ei“ ist. „Dass uns das gelungen ist, darauf sind wir besonders stolz, denn nur so stärken wir die heimische Landwirtschaft“, betont Pobaschnig.

Hoher Selbstversorgungsgrad
Der Selbstversorgungsgrad an Eiern liegt in Österreich bei über 95 Prozent, bei einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 233 Eiern. Vor der Pandemie 2019 wurden noch 242 Eier pro Einwohner in Österreich verzehrt. In Kärnten liegt der Selbstversorgungsgrad sogar bei 118 %. Dass die Bodenhaltung in Österreich Marktanteile verliert, ist schon länger feststellbar. 2015 waren noch 45 Betriebe als Bodenhaltungsbetriebe registriert, mit 01.01.2023 nur noch 36, mit einem Legehennenanteil von 42 Prozent (siehe Tabelle). Die Anzahl der Legehennen haltenden Betriebe und die Tierzahl ist hingegen gestiegen. Waren es 2015 noch insgesamt 119 registrierte Betriebe, sind es Anfang 2023 bereits 178 Betriebe, die im amtlichen Legehennenregister gemeldet sind. Mit Stichtag 01.01.2023 stehen in Kärnten 572.832 Legehennen, das sind 7,65 Prozent vom gesamtösterreichischen Legehennenbestand.

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