Es tut sich was im Weingarten

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind auch im Weinbau ein großes Thema. PIWIs, besonders pilzwiderstandsfähige Rebsorten, spielen dabei eine wichtige Rolle: Die robusten Reben benötigen bis zu 80 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel.
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Vor allen schwierigen Lagen und in niederschlagsreichen Gebieten (am Bild die Seewiese von Weinbau Köck) bringen die robusten PIWIs viele Vorteile.

Sie haben so klingende Namen wie Muscaris, Blütenmuskateller, Souvignier gris (Weißweine) oder Roesler und Rathay (Rotweine). „Diese fünf Sorten sind schon zur Qualitätsweinerzeugung in Österreich zugelassen. Sie schmecken anders, sind aber gut mit bekannten Geschmäckern vergleichbar“, erzählt uns Wolfgang Renner, Obmann der Regionalgruppe Österreich des Vereins PIWI International. Dieser wurde vor 23 Jahren in der Schweiz mit dem Ziel gegründet, wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse auf dem Gebiet der pilzwiderstandsfähigen Rebsorten auf nationaler und internationaler Ebene auszutauschen und Anregungen zu geben.

Seit 150 Jahren
PIWI-Rebsorten gibt es seit rund 150 Jahren: „Durch den Import von Sorten aus den USA wurden Krankheiten wie Reblaus oder Mehltau nach Europa gebracht, gegen welche die empfindliche europäische Edelrebe nicht resistent war. Daher kreuzte man die amerikanischen mit den europäischen Sorten, um widerstandsfähigere Reben zu erhalten, allerdings war der Geschmack nicht überzeugend und die Weine sehr eigen – der Uhudler ist ein Beispiel dafür. Mitte des 20. Jahrhunderts versuchte man neues, europäisches Blut hineinzukreuzen und das Geschmacksbild anzupassen. Heute haben wir ganz moderne PIWI-Sorten, die eine sehr gute Resistenz aufweisen und dem europäischen Weingeschmack entsprechen“, so der Experte.

Viele Vorteile
Das Sensationelle an PIWIs ist, dass man um 70 bis 80 Prozent weniger Spritzmittel benötigt! Sie sind nämlich um ein vielfaches widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten, gegen die man am meisten spritzen muss, vor allem in Gegenden, wo es über 1.000 mm Niederschlag gibt. Renner: „Das birgt nicht nur einen ökologischen und ökonomischen Vorteil, sondern auch einen sozialen. Winzer müssen nicht mehr nach dem Regen, wenn der Boden noch rutschig ist, in den Weingarten fahren.“ 

Spitzenreiter
In Österreich sind rund eineinhalb Prozent der Rebflächen mit PIWIs bepflanzt, Tendenz steigend. In der Steiermark sind es sogar drei Prozent und in Kärnten bauen rund 12 Prozente der Winzer PIWIs an. Das liegt daran, dass in beiden Ländern das Klima ähnlich schwierig ist. In Kärnten ist der Weinbau noch jung, weshalb viele Betrieb von vorneherein solche Sorten wählen. Zu den ausgezeichneten PIWIs in Kärnten zählen: Weingut Köck, Karolinger Weinbau, Weinbau Waltl, das Weingut Sternberg oder dem Burgwein Laßnig. 

Mehr Bekanntheit
Der Anbau von PIWIs hat viele Vorteile, ein Problem ist aber die Vermarktung, da die neuen Sorten in Österreich zu wenig bekannt sind. Verein und Winzer hoffen, dass PIWIs zukünftig einen fixen Platz im Weinsortiment bekommen und in zehn Jahren jede zehnte Rebe eine PIWI ist. „Der European Green Deal könnte dazu beitragen, denn bis 2030 müssen Pflanzenschutzmittel um 50 Prozent reduziert werden. Wir sind davon überzeugt, dass PIWIs ein Teil der Lösung sein werden“, meint Wolfgang Renner abschließend. 

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