Ptuj: alte Stadt im Scheinwerferlicht

© mankica_kranjec
Malerisch erhebt sich das imposante Schloss über der Stadt an der Drau, wacht über ihr beeindruckendes kulturelles Erbe, das bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. Bei einem Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der zauberhaften Altstadt kommt man an Überresten der alten Römerstadt Poetovio und an mittelalterlichen Bauten von Pettau, wie die Stadt im ehemaligen Herzogtum Steiermark hieß, vorbei, kann im ältesten Weinkeller des Landes hervorragende Weine verkosten, im Kurent Museum vieles über die mystische Karnevalsfigur erfahren und im alten Drauturm moderne Gemälde bestaunen. Der Fluss, der von Österreich kommt und ins nahe Kroatien weiterfließt, ist die Lebensader der Stadt und mit ihrem Stausee ein wahres Freizeitparadies. Erholung und Entspannung findet man beim Wandern und Radeln in den umliegenden Hügeln oder in den Thermen vor der Stadt, wo sich schon die Römer verwöhnen ließen.
So viel zu sehen
Den besten Blick über die roten Dächer von Ptuj, das grüne Hügelland mit seinen Weinbergen, den Fluss und die weite Ebene hat man vom Schloss aus dem 12. Jahrhundert. Es beherbergt das Regionalmuseum, in dem man alte Gemächer, Waffen, Musikinstrumente, Masken und andere wertvolle Artefakte bestaunen kann. Unten in der Stadt, nur einen kurzen Fußmarsch entfernt, findet man rund um den Platz Slovenski trg beeindruckende Sehenswürdigkeiten: darunter das Orpheus-Denkmal, einen fünf Meter hohen Monolithen aus der Römerzeit, den historischen Stadtturm, der zur Burg hin keine Uhr hat, weil die Schlossherren nichts dazu beitragen wollten, die St.-Georgs-Kirche mit dem ältesten Freilichtmuseum Sloweniens und das kleine Stadtheater. Ein paar Schritte weiter erreicht man die Kurentova Hisa, das Museum zu Ehren des Kurent, und bald danach ist man am Hauptplatz-Mestni trg mit dem Rathaus, das vom Wiener Architekten Max Ferstl entworfen wurde. Am Stadtrand sind zwei weitere relevante Bauwerke zu finden: das Minoritenkloster mit seiner alten Bibliothek und das Dominikanerkloster, das zu einem außergewöhnlichen Veranstaltungszentrum umgebaut wurde. Wer an römischer Geschichte interessiert ist, sollte den Archäologischen Park Poetovio vor den Toren der Stadt besuchen.
Feiern, lauschen und erleben
Das ganze Jahr über sorgen tolle Feste und Festivals für Unterhaltung. Los geht’s mit den traditionellen Karnevalsumzügen „Kurentovanje“ im Winter, es folgen der „Salon Sauvignon“ – Festival des Weines, der Kulinarik und der schönen Künste – im Frühling, das internationale Musikfestival „Festival Arsana“ von Juni bis August, das Festival zeitgenössischer Kunst „Art Stays“ im Juli und September, die „Tage der Poesie und des Weins“ und die „Römerspiele“ im August sowie die „Burgspiele“ im September. Zu den kulinarischen Highlights zählen die „Karawane der Aromen“ vom 3. bis 5. Juli, „Open Kitchen“ am 18. Juli und „Dinner auf der Brücke“ am 25. August oder „Küche in der Stadt“ am 12. September.
Alte Weine, junge Szene
Ptuj und ihr fruchtbares Umland blicken auf eine lange Weintradition zurück. Es sind vor allem Weißweine von Sauvignon blanc über Grauburgunder bis Riesling, die Weinkenner begeistern. Ein besonderes Erlebnis ist die Weinverkostung im Gewölbe des 700 Jahre alten Weinkellers Ptujska klet. Er beherbergt mit der „Goldenen Rebe“ aus 1917 den ältesten Wein Sloweniens. Und in den dunklen Gängen unter dem Schloss Ptuj kann man sogar eine Wein- oder Bierverkostung im Dunkeln wagen. Wer regionale Köstlichkeiten auf hohem Niveau inklusive schöner Aussicht auf die Drau genießen möchte, der sollte im Ribič Restaurant reservieren. Die alte Stadt präsentiert sich aber auch jung und hipp: Beliebte Treffpunkte sind etwa das Cafè Bodi, das angeblich beste Pub Sloweniens mit einer riesigen Bierauswahl, das künstlerisch angehauchte MuziKafe, das auch gemütliche Zimmer anbietet, und der Art Shop Rudolph, wo man auch gleich ein nettes Mitbringsel für alle, die nicht mitgekommen sind, kaufen kann.
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