Auf Schatzsuche

Egal, ob funkelndes Gold aus dem Piemont, Silber aus Gastein, echte Ursaurier aus dem Drautal oder leuchtende Karfunkelsteine von der Millstätter Alpe – Schätze findet man an vielen Orten.
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Es ist ein uraltes Fieber, das die Menschen überall auf der Welt erfasst hat, ganz gleich ob Jung oder Alt: das Goldfieber. Auch wenn der Goldrausch heute nachgelassen hat und die großen Schätze gehoben sind – Kostbares lässt sich immer noch finden, man muss nur etwas genauer hinsehen.

Die Schatzsucherin

Waltraud Sattlegger findet von Berufs wegen Schätze. Sie ist Natur-Aktiv-Guide bei Drausport im Drautal und sucht im Bachbett der Ochsenschlucht nach Millionen Jahren alten Zeitzeugen: Fossilien. Schwer zu finden sind sie nicht, doch wer nicht weiß, wie Fossilien aussehen, kann auch keine mit nach Hause nehmen. Sattlegger: „Oft liegen die Menschen im Sommer am Ufer des Flusses mitten in den Fossilien – und wissen es nicht.“ Deshalb braucht es Menschen wie Waltraud, die wissen, welcher aufgehobene Stein ein Treffer ist und welcher nicht. Gemeinsam mit ihr finden die Besucher Ammoniten, Kuhtrittmuscheln, Seelilien, Korallen und Würmer – bis zu 320 Millionen Jahre alte in Stein verewigte Zeugen eines ehemaligen Meeres. „Oben zwischen zwei Bergen war früher eine Lagune“, erklärt Sattlegger. Manche Muscheln, die man hier im Bachbett findet, sind außerdem mit Kalkablagerungen aufgefüllt. In ihnen kann man lesen, was vor Millionen von Jahren auf der Erde passiert ist: „Das ist die Asche aus der Zeit damals, ein Zeichen für eine Aussterbezeit“, sagt Sattleger.

Der bislang größte Schatz

Den bisher größten Schatz fand dank Sattleggers Hilfe während der geführten Wanderung aber ein 10-jähriger Bursche aus Italien: „Er fand einen Ursaurier, etwa 20 Zentimeter groß und eingerollt lag er da. Man sah das Rückgrat sehr gut.“ Ein Schatz, den Sattlegger bereits seit 20 Jahren sucht. Weil der Bub den kleinen Ursaurier aber mit nach Hause nehmen durfte, wird Sattlegger weiter suchen, solange, bis sie den nächsten Ursaurier im Drautal findet.

Gold und Silber

In Gastein in Salzburg fanden die Menschen vor vielen Jahren gleich mehrere Schätze: zuerst das Thermalwasser und dann Gold und Silber. Das Thermalwasser war der Hauptgrund für das steigende Ansehen Gasteins und wurde wohl schon in frühgeschichtlicher Zeit in einfachen Becken genutzt. Einen ersten Badebetrieb im heutigen Sinn markiert das Jahr 1350. Um 1365 kamen mit Herzog Stephan II. von Bayern und Meinhard VII. die ersten hochrangigen Besucher ins Tal, um die Heilkraft des flüssigen Tauerngoldes zu nutzen.

Der erste namentlich erwähnte höchstrangige Kurgast war der spätere Kaiser Friedrich III., im Jahr 1436. Viele weitere royale Besucher sollten noch folgen, wie etwa Kaiser Franz Joseph und Sisi. Mitte des 14. Jahrhunderts begann dann der zweite Wirtschaftszweig, der das Tal neben dem Thermalbadebetrieb prägen sollte, zu wachsen: der frühneuzeitliche Bergbau nach den Edelmetallen Gold und Silber. Der absolute Höhepunkt des Gold- und Silberabbaus fand im Jahr 1557 statt, mit 830 Kilogramm Gold und 2.723 Kilo Silber. Mitte des 16. Jahrhunderts stand Gastein an der Spitze der ertragreichsten Goldbergbaugebiete im deutschen Sprachraum.

Eine Milliarde liegt noch herum

Nach 150 Jahren des intensiven Abbaus lohnte sich der Abbau in den Erzlagern im 19. Jahrhundert finanziell nicht mehr, 1865 schloss das letzte staatlich-betriebene Bergwerk seine Stollen. Und das, obwohl sich immer noch eine Milliarde Euro an Gold in den Gasteiner Bergen verstecken soll. Heute kann man Goldwaschen in Gastein als Aktivität erleben. Am GoldwaschplatzAlte Pöck“ in Böckstein können Schatzsucher echtes Tauerngold aus dem Wasser schürfen. Und wer da die Milliarde Euro an Gold findet, darf sie bestimmt auch behalten.

Kostbares Piemont

Die Region Piemont gehört zu den reichsten Regionen Italiens – reich an Sonnenstunden, historischen Dörfern, Rebenhängen und weißem Trüffel. Doch im Piemont fand man seinerzeit auch Gold. Heute können Goldsucher vor der Kulisse des Naturreservats Riserva speciale del Torrente Orba im Fluss ihr Glück versuchen und nach Goldflittern im Sand fahnden. Das selbst gefundene Gold mit einer Reinheit von 92 Prozent darf man auch mit nach Hause nehmen. Ein Abstecher ins Museo dell’Oro, das die Geschichte der Goldsuche nachzeichnet, lohnt sich ebenfalls.

Das Riserva Speciale del Torrente Orba ist übrigens das einzige Gebiet, das von der Region Piemont für das Goldwaschen als Freizeitbetätigung zugelassen ist.

Leuchtend rot

Nicht golden, sondern leuchtend rot ist der Schatz, den die Millstätter Alpe birgt. Hier findet man Karfunkelsteine, wie die Granatsteine auch genannt werden. Auch sie sind nur für das geschulte Auge zu finden. Denn eigentlich liegen sie zu Hunderten auf den Almwegen herum. Weil ihr Glanz mit der Zeit aber verloren geht, wandern die meisten Menschen an den von Wind und Wetter kugelig geformten Granatsteinen einfach vorüber. 

Wer beim Wandern nicht fündig wird, kann einen Abstecher ins Granatium in Radenthein machen, um die Edelsteine dort in ihrer ganzen geschliffenen Pracht zu bewundern.

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