Rettet den Blauen Portugieser

Der Blaue Portugieser war einst die meistangebaute Rotweinsorte in Österreich, fristet mittlerweile jedoch ein Nischendasein. Die Aufnahme in die Arche des Guten Geschmacks von Slow Food International soll ihn vor dem Verschwinden retten. 
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Der Blaue Portugieser entspricht aktuellen Trends: leicht, tanninarm, fruchtig, elegant mit Fokus auf Spaß und Entspannung.

Beim Blauen Portugieser handelt es sich um eine autochthone österreichische Rebsorte, die nicht, wie es der Name vermuten lässt, aus Portugal, sondern ursprünglich aus der Steiermark stammt. Bis vor 40 Jahren war er noch der am meisten angebaute Wein in Österreich, vor allem im Retzer Land, weshalb er schlicht „Retzer Rotwein“ genannt wurde. Lange Zeit war er ein beliebter Schankwein und wurde sogar am 15. Mai 1955 beim Festbankett im Schloss Schönbrunn kredenzt. Doch die Anbauflächen schwinden rapide und daher hat Slow Food International den Blauen Portugieser von Retzer Land und Pulkautal als bedroht und schützenswert erkannt und in die Arche des Geschmacks aufgenommen.

Das Retzer Land gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen Österreichs, hier gedeiht der Blaue Portugieser besonders gut und die Winzer haben viel Erfahrung damit.

Das Retzer Land gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen Österreichs, hier gedeiht der Blaue Portugieser besonders gut und die Winzer haben viel Erfahrung damit.

Große Herausforderung
Einer der Initiatoren für die Aufnahme ist Michael Vesely von Slow Food Village Retz. Er erklärt, warum es so weit gekommen ist: „Der Blaue Portugieser ist besonders dünnschalig und dichtbeerig. Das bedeutet, dass er weniger Tannine enthält, also schnell trinkbar, frisch und fruchtig ist. Die dünnen Beeren platzen aber leichter auf, was zu Krankheiten führen kann und die Dichtbeerigkeit behindert die Durchlüftung. Winzer müssen deshalb beim Blauen Portugieser öfter Hand anlegen – entblättern, Trauben teilen, etc. Dafür gibt es keine Maschinen und daher ist die Produktion so aufwändig.“ Sie bauen lieber unkomplizierte Sorten an, was schade ist, denn der Blaue Portugieser ist ein herrlicher Wein.

Die autochthone Rebsorte stellt eine große Herausforderung dar, denn im Weingarten ist sie sehr arbeitsintensiv.

Die autochthone Rebsorte stellt eine große Herausforderung dar, denn im Weingarten ist sie sehr arbeitsintensiv.

Ein Unkomplizierter
„Er ist kein Wein, der protzen will, sondern, im besten Sinne des Wortes, unkompliziert. Weil er weniger Tannine enthält, passt er zu vielen Speisen und sollte leicht gekühlt genossen werden“, so der Experte. 12 bis maximal 16 Grad sind optimal. Ein typischer, mit Sorgfalt vinifizierter Blauer Portugieser hat blumige Aromen nach Himbeeren, schwarzen Ribiseln, Schlehe und Veilchen, samtige Tannine sowie eine frische Struktur. „Normalerweise trinkt man Rotweine zu dunklem Fleisch oder kräftigem Käse. Der Blaue Portugieser passt aber auch zu Reisfleisch, gefüllten Paprika und ähnlichen Gerichten.“ Ein Wein, der dem neuen Rotweingeschmack entspricht und bei jüngeren Weinkonsumenten sehr beliebt ist.

Romantische Wanderung durch die Kellergasse in Zellerndorf im Retzer Land.

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